Tipps & Tricks zum PenPlottern

Created Monday 23 August 2021

Single Line Fonts

Normale Schriftarten haben eine gewisse Dicke und werden daher als mehrere Striche vektorisiert - bei diesem A sieht man das wunderbar: Der Pen Plotter würde zuerst die Außenlinien zeichnen, dann aber auch das innere Dreieck und die Begrenzung unten.

Das kann bei entsprechender Schriftart und Strichstärke gut aussehen, es kann aber auch dazu führen, dass die Schrift richtig matschig aussieht, weil zu viel Tinte auf das Papier fließt und die Details verloren gehen.
Die Lösung sind "Single Line Fonts", also Schriftarten, die nur aus einem einzigen Pfad bestehen. Das AxiDraw Inkscape Plugin liefert einige mit, ansonsten lohnt es sich zu suchen. Denn auf die Weise verkürzt man auch die Plotzeit massiv.

Tool, um TTF in Single Line-Fonts umzuwandeln hier: https://github.com/LingDong-/ttf2hershey

Hatchet

Stiftplotter können von Haus aus keine farbigen Flächen malen - sie zeichnen ja nur Pfade und wenn man eine Fläche ausmalen möchte, dann benötigt man ein "Hatchet". Dies geht z.B. mit dem Inkscape-Plugin von AxiDraw. Hier sieht man einmal ein normales Linienmuster und einmal ein Crosshatch.

Entscheidend ist dann der Stift: Hier 2x das Ergebnis des oberen Plots, einmal mit 0.2er Füller, ein anderes mal mit 0.4er Stabilo:

Man erkennt deutlich den Unterschied, den die Stiftdicke macht - hier lohnt sich experimentieren wirklich.

Ausrichtung

Auch die Ausrichtung ist wichtig - das Bild soll natürlich schön zentriert auf dem Papier liegen und nicht schräg. Das beinhaltet zwei Schritte:

1) Die Vorlage muss zentriert auf einem entsprechend großem Papier liegen. Wenn man also in Inkscape ein A4 großes Papier definiert hat, dann muss natürlich auch das Objekt selbst dort in der Mitte liegen

2) Das Papier muss auf der Unterlage fest und gerade liegen - hier hat sich bewährt das Papier an einer Seite mit einem Magneten zu befestigen, dann mit einem Lineal den Abstand zu den Metallschienen des Plotters zu messen und danach dann das Papier auf der anderen Seite entsprechend ausrichten. Klingt komplizierter als es ist.

Befestigung

Beim Plotten sind durchaus Kräfte am Werk - der Stift wiegt etwas und auch der Mechanismus selbst inkl. Servo wiegt über 100 Gramm. Das alles drückt auf das Papier, was zwei Konsequenzen hat:

1) Auf zu dünnem Papier lässt sich nicht plotten
2) Das Papier verrutscht beim Plotten, wenn es nicht richtig befestigt ist

Die "klassische" Variante ist es, die Ecken mit Tesafilm auf dem Tisch zu befestigen. Aber: Dabei habe ich mir häufig beim Ablösen das Papier zerstört, daher ist die aktuelle Lösung ein umgedrehtes Backblech aus Metall und einige starke Neodym-Magnete. Damit lässt sich das Papier bombenfest platzieren, aber auch ohne Spuren ablösen.

Papierkiller

Tinte ist feucht, der Stift hat einigen Druck und feuchtes Papier reißt. Will man also zu feine Details plotten, dann wird man zwangsläufig scheitern. Zu viele Linien auf zu kleiner Fläche gehen physikalisch einfach nicht. Abhilfe kann man schaffen, aber man muss es wollen:

  • Wechsel auf eine andere Stiftart. Bleistifte haben dieses Problem nicht, aber zu viel Bleistift an einem Ort führt auch zu einem schmierigen Plotbild
  • Experimentieren mit Tinte und Papier. Es gibt saugfähigere Papiere und es gibt flüssigere Tinte, schneller trocknende Tinte und natürlich auch Füllerspitzen, die mehr oder weniger Tinte abgeben
  • Logischerweise hat auch die Geschwindigkeit des Plotters einen Einfluss - ist diese langsamer, hat die Tinte mehr Zeit zum Trocknen
  • Eine (nicht getestete) Idee wäre auch ein Ventilator, damit die Tinte schneller trocknet

Servoverschleiß

Die verwendeten Servos sind nicht gerade die haltbarsten und die Nutzung, um die doch recht schwere Kombi aus Halterung und Stift hochzuschieben, ist definitiv Out-of-Spec - gerade bei Bildern mit vielen Stifthebungen innerhalb kurzer Zeit kann der Servo ausfallen.

Hier hilft nicht viel, wenn man nicht den gesamten Mechanismus umgestalten möchte: Im Endeffekt kann man die Servos nur als Verschleißteil ansehen und sich eine Reserve in die Schublade legen. Ein Stück kostet online unter 3€, von daher ist das preislich durchaus zu vertreten. Servos gibt es mit Plastik und mit Metall-Zahnrädern und wenn man schon welche kauft, sollte man die auch nicht teureren mit Metall nehmen. AliExpress hat einiges an Auswahl.

Mehrfach Übermalen

Benutzt man Lackstife auf schwarzem Papier, kann es sich lohnen, den Durchlauf mehrfach fahren zu lassen. Dann liegen mehr Schichten Farbe auf dem Papier und das Bild erhält mehr Strahlkraft. Das funktioniert logischerweise bei Bleistiften oder Tinte nicht.

Stiftverbrauch

Wer Plottet, bemerkt schnell, dass in einem normalen Stift recht wenig Meter Farbe sind. Aus einem normalen Stabilo bekommt man vielleicht 1-2 Plots und dann ist der Stift leer. Und nichts ist ärgerlicher als ein Stift, der während des Plottens leer geht, denn dann ist das Bild ruiniert.

Ich bin mittlerweile bei Füllern gelandet - die einfachen Platinum Preppys gibt es für unter 8€ mit Federbreiten ab 0.2mm, welche für detailreiche Plots perfekt sind. Auch Tinte ist im Vergleich zu normalen Stiften deutlich günstiger - ein Tintenfass ist wirklich schwer leer zu bekommen und günstiger als ständig Stabilos nachzukaufen.

--> Füller haben auch den Vorteil, dass man den Füllstand der Patrone sehen kann und dass man die Patrone dann auch nachfüllen kann. Damit fängt man jeden Druck immer mit einem vollen Stift an, was bei anderen Stiftarten nicht der Fall ist
--> Theoretisch kann man bei Füllern auch im Druck die Patrone austauschen, wenn man sich eine Vorrichtung baut, mit der der Füller ohne sein Hinterteil im Plotter gehalten wird. Dann kann man kurz den Druck anhalten und die Patrone wechseln
--> Denkbar wäre auch ein alternatives Patronensystem, bei dem man z.B. eine alte Tintenpatrone oben absäbelt und entweder on-the-fly mit einer Spritze nachfüllt oder dort ein deutlich größeres Reservoir anklebt. Bei den günstigen Platinum Preppy kann man problemlos das Ende absäbeln und den größeren Tintentank dort herausführen

(Hier zeigt sich übrigens auch, dass bei günstigen Stiften gerne mal bei der Tinte gespart wird. Diese sind wirklich schnell leer)




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