Vektorisieren von Bildern

Angelegt Montag 30 August 2021

Software zum Vektorisieren

Es ist natürlich nett, wenn man vorgefertigte Bilder plottet, aber ein Stiftplotter lohnt sich natürlich nur, wenn man selbst Ambitionen hat, Bilder zu erstellen. Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

1) Das Erstellen nativer Vektordateien
2) Das Vektorisieren bestehender Dateien

Der Großteil der PenPlotter-Community beschäftigt sich mit einer gewissen mathematischen Freude mit dem ersten Teil und programmiert sich richtig coole Dinge - TurtleToy ist hier ein wunderbarer Einstieg.

Für mich interessanter ist aber der zweite Teil. Es gibt diverse Anbieter, die einem online Vektorisierungen anbieten, mal mit mehr und mal mit weniger guten Ergebnissen. Eins haben sie alle gemeinsam: Sie sind nicht auf Stiftplotter ausgelegt. Diese haben gewisse Limitierungen:

  • Da sie einen Stift halten, können sie keine Flächen malen, außer man fügt manuell ein Hatchet hinzu
  • Der Wechsel zwischen verschiedenen Farben ist schwierig bis unmöglich. Man kann zwar den Stift auswechseln, aber das ist doch etwas frickelig und hat gerade bei filigranen Plots immer das Risiko kleinster Verschiebungen, welche dann den ganzen Plot ruinieren. Farbverläufe gehen logischerweise auch nicht.

Mein aktuelles Vorgehen hängt stark von der jeweiligen Vorlage ab. Es gibt - Überraschung! - keine Lösung und keine Software, in die man einfach ein normales Bild oder gar ein Foto wirft und dann eine perfekte Vektordatei bekommt.

- Inkscape

Inkscape ist als kostenlose, quelloffene und großartige Software eigentlich das Mittel zur Wahl - die Optionen zur Stiftvektorisierung sind aber etwas limitiert. Gerade die autotrace-Integration ist nur in den seltensten Fällen wirklich vernünftig nutzbar, bei komplexeren Grafiken stürzt sie stumpf ab.

Bei einfachereren Vorlagen macht Inkscape aber einen sehr guten Job. Zusammen mit dem Axidraw-Plugin kann man auch das Hatchet-Muster für die Flächen setzen.

- drawingbotV3

Der drawingbot ist eine Spezialsoftware zur Stiftvektorisierung. Es ist eine wunderbar verspielte Software, die in großartiger Art und Weise Bilder vektorisiert. Es lohnt sich ein tiefer Blick in die Anleitung, aber auch reines Herumspielen mit der Software ist lohnenswert. Sie neigt nur leider dazu, zu viele Linien zu setzen.

- Primitive

https://github.com/fogleman/primitive

- Vorlagen Bearbeiten

Garbage in - Garbage out. Je besser die Vorlage ist, desto besser kann das Ergebnis sein. Je mehr Auflösung man reinwirft, desto detailreicher kann der Plot werden. Und keine Angst davor die Vorlage vor der Vektorisierung zu bearbeiten - eine einfarbige Vorlage ist einfacher zu vektorisieren. Häufig gibt es auch z.B. Artefakte oder Elemente, die schwierig zu vektorisieren oder die stören. Keine Scheu davor, diese einfach stumpf zu löschen. Kontrast erhöhen, Dinge nachmalen, wild Filter draufwerfen - all das hilft ungemein.

- Vorlagen nachbearbeiten

Das gleiche gilt auch für das Ergebnis der Vektorisierung - nichts ist perfekt und häufig kann man mit ein paar kleinen manuellen Verbesserungen das Endergebnis deutlich verbessert werden. Drawingbot neigt etwa dazu, einige Linien zu verbinden, die besser nicht verbunden wären - wenn man sie in Inkscape löscht, wirkt das Endergebnis gleich besser. Und gerade bei Gesichtern ist es immer hilfreich, etwas nachzubearbeiten - denn da wirkt es schnell creepy, wenn die Augen ein Stück zu weit oben, unten, aus- oder beieinander liegen.

Links

https://www.vectorizer.io/
https://www.visioncortex.org/vtracer/
https://svg-converter.com/de/autotrace
https://www.autotracer.org/de.html




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