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Digitale Selbstverteidigung

Aus Schmalenstroer/wiki

Zum Datenschutz gehört aber nicht nur ein sensibler Umgang mit den eigenen Daten, sondern es gibt auch die Möglichkeit der technischen Gegenwehr. Mit Hilfe einiger weniger Tools kann man den Datenfressern ihr Leben schwer machen und seine Privatsphäre schützen. Und das ist gar nicht so schwer! Im Folgenden sollen einige Möglichkeiten der digitalen Selbstverteidigung vorgestellt werden.

Adblock

Zu Adblock muss man eigentlich gar nichts mehr schreiben, denn es sollte zu den Standardprogrammen auf jedem Rechner gehören. Das Addon für Firefox und Chrome filtert erstaunlich effektiv fast alle Werbung aus dem Internet. Contentanbieter schimpfen zwar gerne darüber, dass Adblock-Nutzer ihr Geschäftsmodell zerstören, aber wer seine User mit Hilfe gleich mehrerer Werbenetzwerke versucht zu überwachen und auszuforschen, der muss sich nicht wundern, wenn die User Gegenmaßnahmen treffen.

AdNauseam

AdNauseam ist ein interessantes Tool, das genau das Gegenteil eines Adblockers macht und einfach auf alle angezeigte Werbung klickt. Ziel der Aktion ist es, dass a) eine Profilbildung praktisch unmöglich wird, da der User sich scheinbar für alles interessiert und b) die Zerstörung des Werbemarktes [1]

Do Not Track

Die Do Not Track-Einstellung ist umstritten und hilft nicht uneingeschränkt, es schadet aber auch nicht, wenn man sie aktiviert -> Chrome -> Einstellungen -> "Erweiterte Mit Browserzugriffen eine "Do Not Track"-Anforderung senden"

Ghostery

Ghostery ist ebenfalls ein Browser-Addon, welches alle Arten von Tracking-Cookies, Spionagenetzwerken, Like-Buttons und Ähnlichem mit einem Laser aus dem Orbit vernichtet, bevor sie ihre schädliche Wirkung entfalten. Praktischerweise wird auch eine Benachrichtigung eingeblendet, was alles geblockt wurde. Das ist zum einen erschreckend, zeigt aber auch, welche Seiten es gnadenlos übertreiben.

TrackMeNot

TrackMeNot sendet automatisiert tausende Suchanfragen an Google & Co. Ziel ist es, die Profilbildung zu zerstören, da die echten Suchanfragen in der Flut automatisierter Anfragen untergehen sollen [2]

HTTPS Everywhere

Kurz: Baut überall da, wo es möglich ist, eine sicherere HTTPs Verbindung statt der normalen HTTP auf

Logins

Bugmenot [3] sammelt Logins für diverse Seiten

Wegwerfadressen

Was soll man hierzu noch groß sagen? Wegwerfadressen sind praktisch. Ständig versuchen diverse Dienste, die Mailaddi zu ermitteln. Lösungen:

  • Trashmail [4]
  • Gmail-Adressen lassen sich per + individualisieren. Einfach Adresse+irgendwas@gmail.com angeben und die Mails kommen trotzdem an. Daran lässt sich erkennen, wer eine Mailaddi verkauft hat und die kompromittierte entsprechend rausfiltern.

Facebook

Eines der größten Probleme von Facebook ist nicht nur Facebook selbst, sondern auch neugierige Bekannte, Nachbarn, Freunde oder Arbeitskollegen. Dagegen helfen zum einen restriktive Privatsphäreeinstellungen und zum anderen ein regelmäßiger Datenputz. Wenn wir mal ehrlich sind: Die Fotos von der Party von vor zwei Jahren, auf denen wir doch vielleicht betrunkener waren als geplant, müssen jetzt wirklich nicht mehr im Internet stehen. Oder die Bilder von der Kostümparty. Oder die politischen Kommentare zur letzten Bundestagswahl. Oder gar die Lästereien über das Unternehmen, bei dem man sich jetzt bewirbt. Irgendwann kommen diese Daten aus der Gruft zurück und führen zu Problemen. Sei es, dass jemand gezielt nach belastendem Material sucht oder dass Google & Co es zufällig nach oben spülen - es schadet nicht, ab und an mal die alten Daten zu löschen. Dummerweise bietet Facebook diese Option nicht an, bzw. man müsste manuell hunderte oder tausende Statusmeldungen löschen. Bequemer geht es mit Cleanmywall - einfach das Bookmarklet nutzen, eine Weile warten und schon ist die Facebook-Wall sauber. Bilderalben, Notizen und ähnliches muss man aber leider immer noch manuell löschen.

  • Alternative: [5]

Twitter

TwitterEraser bietet einen Löschservice für Tweets. Ebenfalls gibt es dieses OpenSource-Projekt [6]

VPN

VPN sorgen für einen "Tunnel" aus dem jeweiligen Netzwerk ins Zielnetzwerk. Der Traffic zwischen Client und Server ist dabei verschlüsselt. Das ist etwa ideal, wenn man in unsicheren Hotel-WLANs oder ähnlichen Netzen unterwegs ist oder in autoritären Staaten Angst vor Spionage hat. Praktisch sind VPNs auch, um nur in bestimmten Ländern verfügbare Webseiten aufzurufen. Mit einem US-VPN lassen sich etwa Hulu, YouTube & Co nutzen.

  • eine Übersicht über die verschiedenen Anbieter gibt es hier

Android

Berechtigungen

AppGuard und LBE Privacy Guard entziehen Apps die dreist eingeforderten Rechte. AppGuard funktioniert auch ohne Root. XPrivacy funktioniert auch.

Werbeblocker

Hier ist Adfree im Einsatz

Remote Wipe

Wird das Handy geklaut, sind die darauf gespeicherten Daten, Fotos, Kontakte, Logins etc. in den Händen des Diebes. Remote Wipe-Tools ermöglichen es, das Handy per SMS oder Browser auf den Werkzustand zu bringen oder es per GPS zu lokalisieren. Identity Sweeper ist kostenlos und funktioniert per SMS.