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Doping im Fußball

Aus Schmalenstroer/wiki

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9,8 Prozent gedopte Spieler sind die statistisch gesicherte Untergrenze, die Obergrenze könnte bei bis zu 35,1 Prozent liegen (diese Differenz liegt an der Zahl der Teilnehmenden, je größer sie ist, desto niedriger, aber sicherer ist die obere Grenzzahl). Zwischen 14 und 28,8 Prozent der befragten Deutschen waren im Befragungsjahr gedopt. In Schweden waren 14,5, in Spanien 31,3 Prozent der Befragten gedopt. [1]
Die Geschichte, die Mill erzählt, geht so: Vor einem wichtigen Bundesliga-Spiel hat er in eine Dose mit Tabletten gegriffen, die praktischerweise auf der Toilette der Mannschaftskabine stand, sich eine Pille herausgefischt und diese mit einem Schluck Whiskey heruntergespült. Danach konnte der Stürmer wie aufgedreht über den Platz laufen, ohne müde zu werden. Die aufputschende Wirkung habe auch lange nach dem Spiel, bei dem Mill zwei Tore schoss, noch angehalten. [2]
Der frühere Bundesliga-Trainer Peter Neururer berichtete bereits 2010, dass Doping im Fußball Ende der achtziger Jahre gang und gäbe gewesen sei. Viele Spieler seien "verrückt gewesen" nach dem Aufputschmittel Captagon, behauptete Neururer. Auch Ephedrin sei verbreitet gewesen. [3]
Der ehemalige Nationaltorhüter Toni Schumacher hatte schon 1987 in seiner ersten Autobiographie mit dem Titel "Anpfiff" über Doping in der Bundesliga und bei der Nationalmannschaft berichtet und damit einen Skandal ausgelöst, der ihn seinen Job im DFB-Team und beim 1. FC Köln kostete, dem er heute als Vize-Präsident dient. Vor zwei Jahren lieferte eine Studie zu den Dopingpraktiken an der Universität Freiburg Belege für Anabolikalieferungen in den achtziger Jahren an den VfB Stuttgart und den SC Freiburg. [4]
Unter den 200 Fuentes-Kunden seien nur 50 bis 60 Radprofis gewesen, der Rest verteile sich auf Fussball, Leichtathletik, Schwimmen und Tennis. Manzano sagte in «Sport Inside», bei der Durchsuchung von Fuentes’ Wohnung in Madrid habe man Blutbilder von Fussballern gefunden. [5]
Toni Schuhmacher: Meine Kölner Freunde und ich sind aber absolut nicht die Einzigen, die der Doping-Verseuchung nicht widerstehen konnten. In der Bundesliga hat Doping seit langem Tradition. Einige von ihnen konnten sich ohne diese Spezial-Hochform-Pillen eine Fortsetzung ihrer Karriere gar nicht mehr vorstellen. Pillen und Leistung - das war für sie zu einer Gleichung geworden, die aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken war. Ein wichtiges Detail: Dieser Arzt betreute berühmte Sportler zu einem Zeitpunkt, als Doping Schlagzeilen machte. Ich nehme an, daß zu diesen Spezialmixturen Anabolika, Amphetamine und diverse andere Aufputschmittel gehörten. Damals wie heute. Es gab Nationalspieler, die waren im Umgang mit der ,Stärkungschemie‘ regelrecht Weltmeister. [6] |-
Olaf Jansen, Sie haben einen Artikel veröffentlicht, der flächendeckendes Doping in den Amateurligen rund um Köln aufdeckt. Was ist die Kernaussage Ihrer Recherche?

Bis zur Veröffentlichung meines Artikels musste ich davon ausgehen, dass circa 20 Prozent aller Mannschaften in den Bezirks- und Landesligen des Fußballverbandes Mittelrhein mit gedopten Spielern auflaufen. Nach der Veröffentlichung erhielt ich allerdings so zahlreiche Rückmeldungen, dass die Zahl wohl noch wesentlich höher ist.

Um was für eine Art von Doping handelt es sich?

Es gibt zwei Klassiker. Entweder nehmen die Spieler kreislaufstimulierendes Ephidrin in Kombination mit Koffein-Tabletten. Oder Amphetamine wie Speed. Beides sind Aufputschmittel, die die Spieler über ihre üblichen Grenzen hinaus laufen lassen. [7]

"In der Bundesliga haben nach den Ergebnissen meiner Untersuchung zwischen 14 und 25 Prozent der Spieler schon einmal gedopt. In Spanien, wo ich ebenfalls eine Umfrage durchgeführt habe, waren es sogar bis zu 30 Prozent der Spieler. " [8]
So gibt es heute eine Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada), und die widerspricht auf Anfrage unserer Redaktion dem Arzt des FC Bayern und der Nationalmannschaft. "Doping hat durchaus auch im Fußball Sinn. Es geht im Fußball darum, die Regeneration zu beschleunigen, Verletzungen schneller und effektiver zu behandeln und damit die Rekonvaleszenz zu verkürzen", teilte eine Sprecherin mit. "Werden dazu verbotene Substanzen und Methoden eingesetzt, ist das ebenfalls Doping. Weiterhin besteht auch im Fußball die mögliche Steigerung der Ausdauerleistungsfähigkeit durch die Einnahme von verbotenen Substanzen. Doping kann nicht auf den Missbrauch von Anabolika oder den Einsatz von Stimulanzien reduziert werden. Daher ist Doping im Fußball aus Sicht der Nada grundsätzlich nicht ausgeschlossen." [9] [10]


Artikel

  • ZEIT (2015): Doping hilft auch beim Toreschießen [11]
  • FAZ (2015): Doping im Fußball. Die große Verblendung [12]

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